BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

MONHEIM am Rhein

Faktencheck & FAQ

Bayer-04-Campus in Monheim

Was ist geplant, was verspricht Bayer 04 – und welche Folgen hätte das Projekt für Natur, Klima, Verkehr, Arbeitsplätze und Stadtfinanzen? Eine sachliche Einordnung aus grüner Perspektive.

Stand: Juli 2026 Standort: Alfred-Nobel-Straße Ratsmehrheit gegen Verfahrenseinleitung

Sachlich eingeordnet

Häufige Fragen

Dokumentierte Grundlagen, Aussagen von Bayer 04 und die politische Einordnung werden sichtbar voneinander getrennt.

Nach dem im Juni 2026 eingereichten Konzept sind ein Hauptgebäude mit überdachtem Fußballplatz sowie zehn weitere Fußballplätze, überwiegend als Hybrid- und Kunstrasenplätze, vorgesehen. Ein Parkhaus soll auf dem Gelände von Bayer CropScience entstehen. Außerhalb des eigentlichen Leistungszentrums soll ein ökologisch aufgewerteter Grünstreifen mit Wegeverbindungen entstehen.

Die Fläche ist gegenwärtig zum größten Teil eingestuft als “regionaler Grünzug und als Biotopverbund von besonderer Bedeutung”. Laut Regionalplan sollen Grünzüge als Vorranggebiete vor einer siedlungsräumlichen Inanspruchnahme geschützt werden. Nur wenn hierfür keine Alternativen außerhalb des betroffenen Grünzuges bestehen und die Funktionsfähigkeit des Grünzuges erhalten bleibt, dürfen diese Flächen in Anspruch genommen werden. Weiterhin sollen Grünzüge für die Siedlungsgliederung, als klimaökologisch wirksame Bereiche, für die Erholungsfunktionen und die Vernetzung vereinzelter ökologischer Potentiale entwickelt werden.

Auf einem Teilbereich von ca. 6,5 ha direkt an der Alfred-Nobel-Straße ist ein Gewerbegebiet ausgewiesen, das derzeit nicht überbaut ist (Bauplan 59M).

Gesicherter Planungsstand

Der Geltungsbereich des beantragten Bauleitplanverfahrens beträgt laut Ratsvorlage rund 29 Hektar. Das ist nicht identisch mit der vollständig bebauten oder versiegelten Fläche, beschreibt aber den planungsrechtlich betroffenen Raum. Die bebaute Fläche würde knapp 15 ha umfassen und sich zum größten Teil auf dem regionalen Grünzug befinden.

Aussage von Bayer 04 / Verwaltung

Durch den geplanten Ausbau der A1 werden bestehende Trainingsflächen in Leverkusen eingeschränkt, vier Fußballplätze gehen dort verloren. Inzwischen wurde zumindest teilweise Ersatz für diesen Wegfall am Kurtekotten geschaffen. Bayer 04 möchte aber Profi-, und Nachwuchsbereiche an einem leistungsfähigen Standort bündeln um sich für die Zukunft besser aufzustellen.

Grüne Einordnung

Der betriebliche Bedarf von Bayer 04 ist nachvollziehbar. Daraus folgt jedoch nicht automatisch, dass gerade eine ökologisch und klimatisch wertvolle Monheimer Freifläche der geeignete Standort ist. Bedarfe und Standortwahl müssen getrennt bewertet werden.

Aussage von Bayer 04

Bayer 04 kündigt etwa 350 Arbeitsplätze in unterschiedlichen Berufen am Standort Monheim an, davon sollen 150 Arbeitsplätze neu entstehen.

Grüne Einordnung

Für Monheim sind neu geschaffene Arbeitsplätze wirtschaftlich von Nutzen, wenn sie hier dauerhaft Steuern generieren und Kaufkraft stärken. Offen bleibt aber, wie viele Stellen mit Menschen aus Monheim besetzt würden. „150 Arbeitsplätze in Monheim“ ist nicht dasselbe wie „150 neue Arbeitsplätze für Monheimerinnen und Monheimer“. Für die Besetzung eines Arbeitsplatzes sind vielmehr die passende Qualifikation sowie Aspekte wie Alter, Erfahrung etc. entscheidend und nicht der Wohnort.

Eine private Investition kann Aufträge, Beschäftigung und einzelne Steuereffekte auslösen. Die Gewinne für Monheim aus der Einkommensteuer der Beschäftigten wäre gering. Gewerbesteuereinnahmen würden für Monheim aller Voraussicht nach nicht anfallen, denn der Unternehmensstandort soll weiter in Leverkusen bleiben.

Grüne Einordnung

Ohne transparente und belastbare Prognosen sollten weder hohe Steuereinnahmen noch ein großer Kaufkraftgewinn versprochen werden. Positiv ist die zugesagte Übernahme der Planungs- und Erschließungskosten; mögliche langfristige kommunale Folgekosten müssten vertraglich ausgeschlossen werden.

Eine theoretisch mögliche gewerbliche Nutzung des bereits ausgewiesenen BP 59M (auf ca 6,5 ha der Gesamtfläche) würde dagegen Gewerbesteuereinnahmen generieren und auch Arbeitsplätze schaffen.

Aussage von Bayer 04

Der Campus soll Aufträge für regionale Unternehmen und zusätzliche lokale Wertschöpfung erzeugen.

Grüne Einordnung

Das ist möglich, aber nicht automatisch garantiert. Bauaufträge werden häufig überregional vergeben; Verbindliche lokale Vergabequoten sind vergaberechtlich nur begrenzt möglich. Profis, Nachwuchsteams und Beschäftigte könnten weitgehend auf dem Campus versorgt werden. Das Trainingszentrum erzeugt zudem kaum Publikumsverkehr in die Stadtmitte.

Die Fläche ist Kaltluftentstehungsfläche und stellt darüber hinaus im südlichen Bereich ein riesiges natürliches Sammelbecken für Wasser, z.B. nach Starkregenereignissen dar.

Die Bezirksregierung Düsseldorf führte am 13. März 2025 (Vortrag Frau Gruß) zur damaligen Planung aus, dass das Plangebiet als Grünfläche eine sehr hohe thermische Ausgleichsfunktion für angrenzende überwärmte Siedlungsbereiche besitzt (Quelle öffnen)

Die bebaute Fläche wurde in der aktuellen Planung um lediglich 15% (von17,3 auf 14,8 ha) reduziert.

Aussage von Bayer 04

Durch die Reduktion der Fläche, den nach der geänderten Planung verbreiterten Offenlandkorridor sowie die geänderte Anordnung des Gebäudes werde die Durchlüftung erhalten und die klimatische Belastung begrenzt. Zudem habe die Kaltluftentstehungsfläche keine regionale Bedeutung.

Grüne Einordnung

Auch eine optimierte Planung ersetzt den heutigen offenen Landschaftsraum nicht. Gebäude, Wege sowie intensiv gepflegte Natur-, Hybrid- und Kunstrasenflächen verändern Wärmehaushalt, Wasserbedarf und Verdunstung. Insbesondere Kunstrasenplätze heizen sich im Sommer massiv auf und können damit zusätzliche Wärmeinseln erzeugen.

Angesichts häufiger Hitzesommer ist der Erhalt zusammenhängender Kalt- und Frischluftflächen von hohem, langfristigen Wert.

Nach aktueller mündlicher Auskunft der Bezirksregierung führt weder die Flächenreduktion um 15% noch die neue Datenlage lt Klimaanalyse NRW 2026 (Quelle öffnen) zu einer grundsätzlich neuen Einschätzung.

Gleichzeitig stellt der Fachbeitrag des LANUK klar, dass Monheim aufgrund der nächtlichen Wärmebelastung landesweit zu den am stärksten betroffenen Gemeinden mit "sehr hoher regionalplanerischen Handlungspriorität" zählt, fast 80% der Einwohner und Einwohnerinnen leben in Bereichen mit "dringendem Handlungsbedarf" aufgrund der Hitzebelastung.

Hier kommt dieser Kaltluftentstehungsfläche eine wichtige Bedeutung zu, vor allem für den Monheimer Süden: dort sorgt sie für nächtliche Abkühlung insbesondere an heißen Sommertagen. Diese Ereignisse werden zunehmen.

Die Fläche ist im südlichen Bereich und westlich des Wäldchens aufgrund der Topographie ein großes natürliches Regenrückhaltebecken bei Starkregenereignissen (Quelle öffnen). Bei Bebauung mit Fußballplätzen würden diese Senken zumindest teilweise nivelliert (Aussage Dannenberg, Tecarena). Wo heute Regenwasser auf natürliche Weise aufgenommen und gespeichert wird, entstünden versiegelte Flächen. Die Fläche trägt heute zur Versickerung, Verdunstung und zum Wasserrückhalt bei – eine wichtige Funktion, die angesichts zunehmender Starkregen- und Hochwasserereignisse immer wertvoller wird. Die natürliche Rückhaltefunktion der Fläche würde reduziert.

Aussage von Bayer 04

Natur- und Hybridrasenflächen müssen regelmäßig bewässert werden, selbst Kunstrasenplätze müssen an heißen Sommertagen durch Beregnung gekühlt werden. Soweit möglich, soll ablaufendes Beregnungswasser aufgefangen und wiederverwendet werden. Ein Teil des Wasserbedarfs soll über Bayer-eigene Brunnenrechte gedeckt werden.
Zum Wasserbedarf für die Beregnung sowie für die ca 250 Fußballer und 350 Mitarbeiter (unter anderem für Duschen und Indoor-Pool) gibt es keine Angaben von Bayer04.

Sachliche Grundlage

Da das Grundwasser für die Trinkwasserversorgung Monheims überwiegend auf Langenfelder Grund gewonnen wird, hätte der Campus darauf keinen Einfluss.

Möglicherweise muss ein Teil des Wasserbedarfs für den Campus über das Trinkwassernetz Monheims gedeckt werden.

Grüne Einordnung

Der Großteil des Wassers für das Verbandswasserwerk Langenfeld/Monheim stammt aus sechs Brunnen im Knipprather Wald in Monheim. Schon jetzt kann nicht der gesamte Bedarf gedeckt werden, von den Stadtwerken Solingen und der Energieversorgung Leverkusen muss regelmäßig Wasser zugekauft werden. Jeder zusätzliche Bedarf verschärft diese Situation potentiell.

Mit steigenden Temperaturen steigt der Wasserbedarf, gleichzeitig nimmt die Verdunstung (Evapotranspiration) zu. Auch wenn noch kein langfristiger Trend für einen abnehmenden Grundwasserstand erkennbar ist, steht fest, dass die Grundwasserneubildung in den letzten Jahren rückläufig ist (Fachbeitrag Klima NRW 2026). Im Rahmen der Vorsorge sollten daher Freiflächen, die der Grundwasserentstehung dienen, erhalten bleiben. Die durch Fußballplätze, Gebäude und Straßen versiegelten Fläche würden für die Grundwasserneubildung wegfallen.

Aussage von Bayer 04

Der Grünzug wird in seiner gesamten Breite deutlich schmaler, aber die restliche Grünfläche wird qualitativ/ökologisch aufgewertet und über eine breite Schneise mit dem vorhandenen Wäldchen verbunden. Zudem Ist der Biotopverbund bereits jetzt im Süden durch eine Engstelle, im Norden durch die Einzäunung eines Kleingartenvereins, beeinträchtigt.

Planungsrechtlicher Befund

Die Fläche ist eine der ganz wenigen verbliebenen Biotopverbindungen zwischen Rheinaue dem Naturschutzgebiet Monbagsee. Sie ist Rückzugsgebiet für Tiere bei Hochwasser (Vortrag Gruß v. 13. März 2025: Quelle öffnen

Die Funktionsfähigkeit des Grünzugs würde durch das Vorhaben beeinträchtigt, so dass die Einordnung als Regionaler Grünzug zukünftig nicht mehr gegeben wäre . Für den Bau des Leistungszentrums wäre eine Änderung des Regionalplans in einen Bereich mit Zweckbestimmung „Sporteinrichtung“ erforderlich.

Grüne Einordnung

Eine ökologische Aufwertung verbleibender Randflächen ist sinnvoll, kompensiert aber nicht die Umwandlung des zentralen Offenraums.

Damit die Fläche als Biotopverbund und Fluchtkorridor für Tiere bei Hochwasser genutzt werden kann, sollte durchgehend eine Breite etwa 500 m eingehalten werden. Derzeit gibt es eine Engstelle im Süden auf einer Länge von 250m, die von den Tieren überwunden wird. Bei Umsetzung des Campus würde sich die Engstelle auf ca. 1,5 km verlängern. Damit wäre die Funktion als Fluchtkorridor für landgebundene Tiere erheblich eingeschränkt. Aufgrund der bestehenden Bebauung gibt es keine alternativen Fluchtmöglichkeiten (Vortrag Gruß v. 13. März 2025).

Anstatt die vorhandene Einschränkung des Biotopverbunds als Begründung für seine weitere Reduktion heranzuziehen, sollten Engpässe zukünftig soweit möglich zurückgebaut werden.

Nicht jeder Quadratmeter eines Trainingsplatzes ist vollversiegelt. Naturrasen kann grundsätzlich Wasser aufnehmen und verdunsten. Allerdings ist ein professioneller Sportplatz eine technisch aufgebaute und intensiv bewirtschaftete Fläche mit Drainage, Bewässerung, Pflege, Düngung. Überwiegend sollen Hybrid- und Kunstrasenplätze entstehen, diese sind noch stärker technisch geprägt, natürliche Versickerung findet nicht statt. Dazu kommt, dass der Austrag von Mikro- und Nanoplastik von solchen Plätzen potentiell problematisch ist.

Grüne Einordnung

Die Debatte sollte nicht nur auf den Begriff „Versiegelung“ verkürzt werden. Entscheidend sind der gesamte Bodenumbau, die ökologische Qualität, das Wassermanagement, die Wärmeentwicklung und der Verlust von fruchtbaren Böden und einer zusammenhängenden Offenfläche.

Auch Monheim arbeitet daran, seine Flächen unter anderem durch Entsiegelungsmaßnahmen klimaresilient zu gestalten. Es wäre kontraproduktiv, hier eine riesige Fläche ohne zwingende Notwendigkeit zu versiegeln.

Die bei Hybrid- und Kunstrasenplätzen anfallende Mikroplastik lässt sich zum großen Teil (ca 80%) über Filtersysteme auffangen. Das gilt nicht für Nanoplastik, die zur Kontamination der Umgebung führen kann.

Eine vertiefte Artenschutzprüfung (ASP II) wurde von Bayer 04 beauftragt, ist bis heute allerdings nicht veröffentlicht.

Frühere Untersuchungen nennen unter anderem die Feldlerche als planungsrelevante Art und sehen bei fortbestehender Nutzung der Fortpflanzungsstätte gegebenenfalls vorgezogene Ausgleichsmaßnahmen vor.

Bekannt ist außerdem ein Brutvorkommen der Waldohreule im Wäldchen, sowie von verschiedenen Fledermausarten. Es ist zu befürchten, dass die nächtliche Beleuchtung durch Flutlichtanlagen sowie die durchgehende Sicherheitsbeleuchtung zu einem Rückgang oder Verschwinden dieser Tierarten führen wird.

Grüne Einordnung

Angesichts des kritischen Verlusts der biologischen Vielfalt müssen wir die vorhandenen Ökosysteme stärken und entwickeln, damit sie langfristig funktionsfähig bleiben.

Ausgleichsmaßnahmen können Eingriffe mindern, schaffen aber in der Regel keinen gleichwertigen Ersatz, erst recht keinen Ersatz am selben Ort. Offenlandarten benötigen große, störungsarme Räume; beleuchtete, eingezäunte und intensiv genutzte Sportanlagen verändern diese Habitatqualität grundlegend. Insbesondere nachtaktive Arten würden durch die Dauerbeleuchtung erheblich gestört oder vertrieben.

Aussage von Bayer 04

Die Verkehrsuntersuchung von Bayer04 zum ursprünglichen Bebauungsplanverfahren von 2025 (182M) errechnete ein zusätzliches Verkehrsaufkommen von 1044 Kfz an Werktagen (Trainingsbetreib) und 902 Kfz am Wochenende (Spielbetrieb).

Um das erhöhte Verkehrsvolumen aufzufangen und eine Überlastung zu verhingern, empfiehlt das Verkehrsgutachten den Ausbau zweier Kreisverkehre sowie eine zusätzliche Abbiegespur. Bayer04 hat daher angeboten, einen Bereich der Alfred-Nobel-Straße auf eigene Kosten auszubauen.

Nach der aktuellen, etwas reduzierten, Planung sollen Parkhaus und Besucherparkplätze auf das bestehende CropScience-Gelände verlagert werden.

Grüne Einordnung

Die Verlagerung der Parkplätze verbessert die Planung, beseitigt aber den zusätzlichen Zielverkehr nicht. Der Ausbau der Alfred-Nobel-Straße durch Bayer 04 ist grundsätzlich positiv, führt aber zu weiterer Versiegelung. Das zusätzliche Verkehrsaufkommen führt potentiell zu Belastung durch Feinstaub und Lärm vor allem für die Anwohner und Anwohnerinnen.

Aussage von Bayer 04

Größere Abstände und technische Schutzmaßnahmen können die Belastungen reduzieren.

Außerdem solle die Belastung für die Anwohner durch einen zeitlich geregelten Trainingsbetrieb gering gehalten werden: Flutlichtbeleuchtung der Plätze erfolgt nur bis 22 Uhr.

Dazu kommt allerdings die nächtliche UV-Beleuchtung zur Optimierung des Rasenwachstums. Außerdem wird der gesamte Campus durchgehend mit Sicherheitsbeleuchtung erhellt.

Grüne Einordnung

Die Einhaltung gesetzlicher Grenzwerte ist Mindestvoraussetzung, aber nicht gleichbedeutend mit Folgenlosigkeit. Für die Nachbarschaft zählen auch Häufigkeit, Tageszeiten, Wochenendbetrieb, Landschaftsbild und die Summe mehrerer Belastungen. Hervorzuheben sind insbesondere die Beeinträchtigungen durch zusätzlichen Verkehr sowie die nächtliche Beleuchtung des Campus.

Aussage von Bayer 04

Vorgesehen sind öffentliche Geh-, Rad- und Joggingwege sowie Sportkurse und Kooperationen mit Schulen und Vereinen.

Grüne Einordnung

Diese Angebote wären begrüßenswert, sollten aber nicht mit einem frei zugänglichen öffentlichen Sportpark verwechselt werden. Die eigentlichen Trainingsplätze und Funktionsgebäude dienen - eingezäunt und nicht öffentlich begehbar- primär Bayer 04. Öffentliche Angebote müssten dauerhaft, konkret und vertraglich abgesichert sein.

Aussage von Bayer 04

Der Campus soll energieeffizient, weitgehend fossilfrei und mit Photovoltaik, Wärmepumpen sowie Geothermie betrieben werden. Bayer 04 stellt außerdem die Idee einer Energiegenossenschaft in Aussicht.

Grüne Einordnung

Ein klimafreundliches Energiekonzept ist für jedes neue Großprojekt zu erwarten und grundsätzlich positiv. Inwieweit diese Maßnahmen, die durch den Bau des Campus entstandenen Emissionen ausgleichen würden, ist offen. Es beantwortet auch nicht die grundsätzliche Standortfrage.

Eine Energiegenossenschaft wäre nur dann ein konkreter kommunaler Vorteil, wenn Finanzierung, Beteiligungsrechte, Flächen, Netzanbindung und Nutzen für Bürgerinnen und Bürger verbindlich ausgearbeitet sind.

Wir haben die Wiederaufnahme des Bauleitplanverfahrens für den Campus Bayer 04 abgelehnt, da die Einleitung eines solchen Verfahrens bereits eine Umsetzung des Projekts zum Ziel hat. 
Ein zentrales Problem sehen wir darin, dass sich die im Rahmen des Verfahrens zu erstellenden Gutachten an gesetzlichen Mindeststandards orientieren. Diese bilden jedoch nicht den Zustand ab, den wir für eine klimaresiliente und ökologische Stadtentwicklung für unsere Bürgerinnen und Bürger benötigen und uns wünschen.

Wird beispielsweise im Rahmen der Artenschutzprüfung auf einem Gelände keine seltene Pflanzen- oder Tierart gefunden, gilt diese als ökologisch nicht schützenswert, ungeachtet des allgemeinen Wertes der Fläche für das lokale Klima und die Lebensqualität.
Zudem gewichten die aktuellen gesetzlichen Vorgaben den massiven Flächenverbrauch und den Verlust der Biotopvernetzung viel zu gering. Oftmals reichen weiche Anforderungen oder Ausgleichsmaßnahmen für das Vorhaben aus, die mangels Platz auch an völlig anderen Stellen realisiert, den lokalen Verlust nicht kompensieren können. Das Ergebnis wäre ein Vorhaben, das zwar formal alle Mindestanforderungen erfüllt, aber dennoch einen massiven ökologischen und klimatischen Verlust für unsere Stadt bedeutet.

Aussage von Verwaltung und Bayer 04

Die Standortanalyse von über 70 Flächen im Raum Leverkusen, Köln, Langenfeld und Monheim habe keine gleich geeignete Alternative im betrachteten Raum ergeben.

Grüne Einordnung

Nach eingehender Prüfung wurden vom Planungsbüro rund zehn alternative Flächen in Köln, Langenfeld und Leverkusen ausgewählt. Keine der Flächen kam letztlich in Frage, denn alle diese Kommunen haben das Projekt abgelehnt, im Wesentlichen aufgrund der dort herrschenden ausgeprägten Flächenknappheit.

Die Fläche an der Alfred-Nobel-Straße wurde ursprünglich – aufgrund seiner Lage im Regionalen Grünzug – als ungeeignet bewertet. Warum Monheim als kleinste der genannten Städte und bereits jetzt hoch verdichtete Stadt nun als einzige Alternative übriggeblieben ist, hat also politische und keine sachlichen Gründe.

Bayer 04 Leverkusen ist kein Monheimer Verein – warum also soll unsere Stadt eine Entwicklung übernehmen, die Leverkusen selbst nicht stemmen kann oder will?

In Zukunft sollten auch verkleinerte, dezentrale und interkommunale Varianten sowie bereits versiegelte oder weniger sensible Standorte geprüft werden. Die Grünen bleiben für neue Gespräche und alternative Modelle offen.

Der Rat hat am 15. Juli 2026 die Einleitung des beantragten Bauleitplanverfahrens mehrheitlich abgelehnt. In der damals vorgelegten Form kann das Projekt daher zunächst nicht umgesetzt werden.

Wichtig

Die Entscheidung verhindert nicht, dass Bayer 04 später ein verändertes Konzept, einen anderen Standort oder einen neuen politischen Anlauf verfolgt. Diese Seite bildet den Stand im Juli 2026 ab.

Unsere Position

Wir erkennen den sportlichen Bedarf von Bayer 04 und die möglichen wirtschaftlichen Impulse an. Für den Standort an der Alfred-Nobel-Straße überwiegen aus unserer Sicht dennoch die langfristigen Risiken für Freiraum, Klima, Natur und Wohnumfeld. Entscheidend ist: Der Verlust einer derartig großen Freifläche sollte nur dann in Kauf genommen werden, wenn der Nutzen für Monheim klar, belastbar und dauerhaft größer ist als der Schaden. Diesen Nachweis sehen wir bei der vorgelegten Planung nicht.

Wir bleiben offen für deutlich flächensparendere, dezentrale oder interkommunale Lösungen auf weniger sensiblen Flächen.

Transparenz

Quellen und Methodik

Wir unterscheiden zwischen dokumentierten Fakten, Aussagen des Vorhabenträgers und politischer Einordnung. Planungsstände können sich ändern.

  1. Stadt Monheim: Projektseite Bayer-04-Sportcampus
  2. Ratsunterlagen zum beantragten Bauleitplanverfahren, Juli 2026
  3. Bayer 04: Projektwebsite zum Campus
  4. Bayer 04: Präsentation „Mehrwert für Monheim“, Juni 2026
  5. Mikroklimatische Untersuchung zum geplanten Campus
  6. Gemeinsame Erklärung von CDU, Grünen und SPD, Mai 2026

Redaktioneller Hinweis: Aussagen mit der Kennzeichnung „Aussage von Bayer 04“ geben die Position des Vorhabenträgers sinngemäß wieder. Die anschließende „Grüne Einordnung“ bewertet deren Aussagekraft und offene Punkte. Inhaltlicher Stand: Juli 2026.

Termine

Jeden Montag (außer Schulferien) ab 19:45 Uhr öffentliche Fraktionssitzung im Rathaus oder per Videokonferenz.
Bei Interesse / Kontaktaufnahme klick hier !

Unser Büro im Rathaus (Zi. 101) ist derzeit nur sporadisch besetzt.
Tel.Nr.: 02173 951-824

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